Urlaub 2003

Donnerstag, der 29.5.03

Aus Hessen machen sich Peter #121 mit Beate, Peter #611 mit Edith, Michael #27 mit Tanja und Heinz #47 mit Dagmar sowie wir beide auf in Richtung Norden, um den STOC-Nord STammtisch in Kayhude am Freitag zu besuchen (komischerweise war wohl den wenigsten zu diesem Zeitpunkt klar, wo Kayhude liegt). Wir wollten natürlich über Landstraßen anreisen und so wurde es zu einer Zweitagestour mit Übernachtung im Harz.
Peter #121 bemerkte übrigens schon beim ersten Tankstopp, dass mein Hinterreifen etwas drucklos war - 1,4 atü sind halt etwas sparsam ...
Die Anreise über den Vogelsberg, Eisenach und den Kyffhäuser war jedenfalls prima und im Harz fand die Übernachtung im Hotel Schindelbruch bei Stolberg allgemeine Zustimmung.

Freitag, der 30.5.03

Woher der Name der Norddeutschen Tiefebene kommt, wurde uns an diesem Tag bewusst - das flache Land hat halt andere Attraktionen als Kurven. Zu diesen zählte aber zweifellos unsere Mittagsrast im “Hofgut Beckedorf” in Hermannsburg. Dort sitzt man idyllisch auf der Terrasse und kann sich an der Speisekarte laben.
Kein Wunder, dass wir etwas verspätet am Treffpunkt in HH ankamen, von wo aus Jürgen #437 mit Brigitte uns freundlichweise erst durch’s Alte Land und dann nach Bergedorf eskortierten. Wobei natürlich gleich einige Sehenswürdigkeiten mitgenommen wurden. Danke Jürgen !
Da wir uns zu spät angemeldet hatten, gab es im Bergedorfer Hotel keinen Platz und wir hatten im Ramada reserviert. Dort kamen wir dann gegen 19 Uhr an - nur um zu erfahren, dass man uns wegen Überbuchung in einem Hotel in Reinbeck untergebracht hatte. Toll, der STammtisch in Kayhude hatte ja auch grade erst angefangen und es waren ja auch nur 60 Km bis dorthin und wir waren überhaupt nicht durchgeschwitzt ...
To cut a long story short: wir zwei trudelten gegen 21:45 in Kayhude ein, dort waren zwar kaum noch Hamburger und auch sonst wollte man uns nichts mehr zu essen geben - aber zu einem Schinkenbrot reichte es dann doch noch. Danke an Georg #97, der mit uns ausharrte bis wir aufgegessen hatten. Danach suchte sich meine brave ST den Weg durch die Dunkelheit zurück wobei der Hinterreifen mal wieder Luft brauchte. Jedenfalls schön, wenn dann in der Geisterstunde das Hotel genau da  auftaucht, wo man es vermutet hat ...

Samstag, der 31.5.03

Das Angebot der Hamburger, ab 9 Uhr an der gemeinsamen Ausfahrt teilzunehmen, haben wir beide dann doch ausgeschlagen - die Anreise in der Hitze und der vergangene Abend/Nacht verlangten eine ruhigere Gangart. So fand uns dieser Morgen etwas später am Zollenspieker, wo erst mal Sightseeing angesagt war. Später tourten wir dann südlich der Elbe durch das Alte Land, rasteten am Anleger Lühe und setzten mit der Fähre nach Glückstadt über. Abends traf man sich dann mit den STOClern in Bergedorf.

Sonntag, der 1.6.03

Alle anderen waren auf der Heimreise und für uns fing der Urlaub erst richtig an. Eine Hafenrundfahrt musste her aber nicht mit Motorradklamotten. Also auf zur S-Bahn. Für schlappe 7,40 € gehörte das gesamte Hamburger Nahverkehrsnetz uns!
Mit S-Bahn, U-Bahn, Bus und Schiff waren wir unterwegs und es war wieder mal ein Erlebnis! Abends besuchten uns noch Jürgen #437 und Brigitte zu einem Plausch, die beiden haben sich wirklich Mühe mit uns gemacht.

Montag bis Mittwoch (2. - 4.6.03)

Wir sind unterwegs entlang der Elbe in’s Havelland. Das ist mal ganz was anderes - flaches Land mit viel Wald und herrliche Alleen - man fährt im grünen Tunnel und lässt im Schatten von alten Bäumen an einem der vielen Seen die Seele baumeln. Dazu haben wir eine geniale Unterkunft gefunden: der Gasthof “Zum 1. Flieger” in Stölln bietet Gemütlichkeit pur in historischen Räumen und die Speisekarte ist ein Traum für Anhänger deftiger Hausmannskost.
Der Name hat seinen Grund: hier ist Otto Lilienthal abgestiegen, als er am nahen Gollenberg (immerhin ca. 120 Meter hoch!) seine ersten Flugversuche machte. Und weil die Fliegerei in diesem Ort Tradition hat, gibt es auch noch eine besondere Attraktion: eine Iljuschin 62 der Interflug hat man sich 1989 gesichert und - eine fliegerische Meisterleistung - nach Stölln geflogen. Die Landung erfolgte dann auf dem lokalen Segelflugplatz, also auf 800 Metern Graspiste !!! Dieses Ereignis kann man auf Video bewundern, denn die Maschine dient nun als Museum.
Die Leute in diesem Landstrich sind sehr nett und hilfsbereit - das merken wir, als sich bei Ingrids CBR ein platter Hinterreifen einstellt. Eine Schraube im Gummi ist das Problem, aber kaum entdeckt hat uns ein netter Zeitgenosse schon den Weg zum Reifendienst erklärt und dort hilft man unkonventionell und flickt das Teil - das hält bis Coburg, denn dort wartet eh schon ein neuer Reifen. Ach ja - und da man eh schon beim Flicken war - auch mein schleichender Platten hinten fand seine Erklärung in einem Nagel, den ich bis dahin übersehen hatte.

Mittwoch bis Freitag (4. - 6.6.03)

Das Wetter bleibt wie gewohnt: sonnig und heiss! Wir sind weiter gen Süden unterwegs, über die Bundesstrassen 102 und 101 reisen wir in Richtung Erzgebirge. Im Raum Berlin finden sich immer wieder verlassene Militärstandorte - verfallen und nur noch Ruinen sind zu sehen. Bei Meissen queren wir wieder die Elbe: hübsch nur leider zu viele Umleitungen. Dann wird es endlich wieder bergig und in Olbernhau finden wir unser nächstes Hotel: die historische Saigerhütte erweist sich wieder als Volltreffer. In einer ehemaligen Kupferschmelze wurden mehrere Gebäude liebevoll restauriert und man wohnt praktisch mitten im Museum. Sowohl die Zimmer als auch die Speisekarte sind vom Feinsten. Zur tschechischen Grenze sind’s nur ein paar Schritte ...
Am Donnerstag brechen wir nach dem Frühstück zur Sächsischen Schweiz auf. Die Tour bringt mal wieder was Neues: die Verkehrsbehörden präsentieren uns eine Umleitung in der Umleitung! Das ist neu und hat was ...
Im Tal der Müglitz zeigen sich auch nach einem Jahr noch erschreckende Folgen des Hochwassers von 2002, noch immer liegen Häuser in Trümmern und die Eisenbahn ist auch noch nicht wieder in Betrieb. Man sieht eben nicht nur die vereinzelten Bilder aus dem Fernsehen, es ist wirklich das ganze Tal, das über viele Kilometer zerstört ist.
Über Pirna gelangen wir zur Bastei, natürlich zusammen mit hunderten von Touristen, denn das ist wirklich eine Sehenswürdigkeit erster Güte. Fast wie in einem amerikanischen Canyon wirken die Felsformationen und auch Tafelberge gibt’s hier. Tief unten fließt die Elbe - dieselbe, die später durch Hamburg fließt!
Über Bad Schandau fahren wir zurück. Ein Thermometer zeigt dort 37 Grad an - die Moppeds kochen fast und ich auch, zuckelnde Touristen in ihren Dosen tun wieder so, als ob sie alleine unterwegs sind und verwehren uns den Fahrtwind.

Freitag, 6.6. bis Sonntag 15.6.03

Über Nacht hat’s nun doch etwas gewittert und so beginnt unsere Weiterfahrt im Nebel der feuchten Wälder, mal ganz was neues und nach der vielen Hitze nicht unwillkommen - nur die Moppeds werden auf der nassen Strasse eingesaut.
Wir sind unterwegs zum Pfingsttreffen im STurm - und über dieses Hotel hier zu berichten, hieße Eulen nach Mellrichstadt tragen, oder so. Der geneigte Leser unserer Homepage wird hier und da schon Berichte über unser Lieblingshotel gefunden haben ;-)))
Jedenfalls bleiben wir nicht nur zum Pfingsttreffen sondern hängen noch eine komplette Woche dran. Zum relaxen, radfahren und natürlich um die herrlichen Landstrassen in der Rhön, den Hassbergen und im Thüringer Wald auf dem Mopped zu geniessen.
Nebenbei gibt’s noch einen Werkstatttermin bei Honda Dippold in Coburg um die geflickten Hinterreifen gegen neue zu tauschen und überhaupt um die CBR und die ST etwas durchsehen zu lassen. Bei der Gelegenheit lasse ich mir für zwei Tage eine STX zum probefahren geben - “das könnte der Beginn einer langen Freundschaft werden”, wie es am Ende von Casablanca heisst .... 
Da sich das Wetter standhaft weigert, schlechter zu werden, buchen wir noch eine Verlängerung im Bayerischen Wald.

Sonntag bis Mittwoch (15. - 18.6.03)

Die Anreise hat schon ihre Höhepunkte: das Wiesenttal und die Fränkische Schweiz sind nun wirklich Motorradstrecken vom feinsten - allerdings muss man sie sich Sonntags mit vielen anderen teilen und das nimmt natürlich etwas vom Spass. Vor allem, wenn die “anderen” in Bussen sitzen und schlecht zu überholen sind weil die Strasse halt so schön kurvig ist ... dafür geht es in der zweiten Tageshälfte auf der B85 ohne LKWs zügig voran.
Die Unterkunft in Kollnburg bei Viechtach ist wieder mal ein Glücksgriff: der Gasthof “Zum Bräu” erweist sich als nettes Hotel mit schönen Zimmern, einer Terrasse und deftiger Speisekarte. Der Bayerische Wald erweist sich als ideales Motorradgelände mit guten Strassen, wenig Verkehr und schöner Landschaft und vor allem mit vielen Kurven! Natürlich sind das noch nicht die Alpen, aber schon mehr als der Odenwald ...
Einen Tag haben wir noch dem Sightseeing gewidmet. Passau war nicht einfach, in der Hitze mit Lederklamotten lässt sich’s schlecht flanieren. Auch hat der Ort neben einer zweifellos schönen Altstadt doch etwas von einer Touristenfalle. Ja und dann haben wir uns noch Küblach angeschaut. Küblach ??? Ja ich bekenne, Freitags sehen wir immer gern “Forsthaus Falkenau”, die Kultserie im ZDF. So, jetzt isses raus - und deshalb hat uns auch der Ort der Dreharbeiten interessiert. Und dieses Küblach aus der Serie heisst eigentlich Ortenburg und liegt bei Passau.

Das war dann unser Urlaub - zurück ging’s  u.a. durch das Altmühltal, vorbei am Donaudurchbruch, eine schöne Variante zur Autobahn und doch sehr flüssig.

Am Samstag, den 21.6. stand noch eine Tour im STurm auf dem Programm. Naja, wir sind halt am Freitag nochmal hingefahren :-)))

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Bilder aus Hamburg gibt’s hier !

Bilder aus dem Havelland gibt’s hier !

Bilder aus dem Erzgebirge gibt’s hier !

Bilder aus Mellrichstadt gibt’s hier !

Bilder aus dem Bayerischen Wald gibt’s hier !

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